Programm für Kinder
Risikogruppe: Kinder aus suchtkranken Familien
Man möge meinen, dass gerade Kinder, die das „Drama“ einer Suchtkrankheit (allen voran Alkoholismus) in ihrem elterlichen Zuhause erleben, später nicht suchtgefährdet sein können, weil sie – beispielsweise Alkohol – als den Teufel sehen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich, Rolf Bollmann, bin ein lebendiges Beispiel dafür.
Ich bin fest davon überzeugt, dass eine frühzeitige und kindgerechte, auf spielerische Art und Weise mir vermittelnde Aufklärung mich nicht zum Alkoholiker hätten werden lassen. Denn hier hat Prävention eine enorme Bedeutung. Es gab keinen Menschen, mit dem ich über das elterliche Problem hätte reden können.Es gibt keine Worte, die das Leid von Kindern beschreibt – wobei wir über Kinder unter 13 Jahren sprechen – wenn Mama oder Papa alkoholabhängig sind. Angst, verlassen zu sein, die heile Welt nach außen spielen zu müssen (selbst wenn Zuhause bereits „die Fetzen“ fliegen), keinen Menschen zur Seite zu haben mit dem sie vertrauensvoll über ihre Gefühle sprechen können, die Verlegenheit Schulkameraden und Freunden gegenüber ein Fest in ihrem Zuhause absagen zu müssen weil sie Angst haben, die Schulkameraden oder Freunde würden möglicherweise Papa oder Mama betrunken sehen.
So entwickeln sie Abwehrstrategien mit Ausreden die sie belasten, mit der Unzuverlässigkeit der Eltern zu leben (was die Abhängigkeitserkrankung von Alkohol mit sich bringt), fehlende Anerkennung und Wertschätzung, die Schuld bei sich zu suchen warum Papa oder Mama trinkt, die innere Vereinsamung um nur einige der vielen „Leiden“ anzusprechen.Unzählig sind die Angebote für Alkoholiker oder (in geringerem Maß) für die Mitbetroffenen oder für Angehörige sich therapeutisch behandeln zu lassen um ein Verständnis für die (meist) tödliche Krankheit, nämlich Alkoholismus, zu entwickeln.Doch für das unermessliche Leid der Kinder, d.h. Kinder unter 13 Jahren, gibt es in Deutschland nichts, keine „Programm“, wenngleich ein solches seit 30 Jahren in den USA existiert. Ein solches Programm wird vom FABA e.V. gegenwärtig entwickelt und bereits als Pilotprojekt auf Mallorca eingesetzt. Mit ein bisschen Kenntnissen der englischen Sprache empfehlen wir Ihnen, sich die DVD anzusehen „the buried treasure“ von Bill McPhie und Jerry Moe. DVD bestellen
Diese Kinder brauchen Hilfe! Sie brauchen Menschen denen sie ihr Herz ausschütten können und das Verständnis, dass Papa oder Mama keine schlechten Menschen sind sondern dass ihre Abhängigkeitserkrankung sie zum Beispiel zu schlechten, bösen, gewalttätigenden Verhaltensweisen führt. Nicht unerwartet (bereits psychisch belastet) versuchen sie selbst bereits in den Jahren zwischen 6 und 12 die eine oder andere psychoaktive Substanz (d.h. auch Alkohol) auszuprobieren um ihre Befindlichkeit zu verbessern. Und weil dies funktioniert und sie sich dann besser fühlen, werden sie bereits in jungen Jahren z.T. chronisch alkoholabhängig. Es wird geschätzt, dass in Deutschland 2 Millionen Kinder (wir meinen viel mehr) unter der Abhängigkeitserkrankung ihrer Eltern leiden. 11% der 11-13jährigen sind bereits hochgradig suchtgefährdet. 18% unserer Kinder in Deutschland sind psychisch krank, was bis zur Neurose führen kann. „Auch Amoklaufen“ kann ursächlich auf diese fehlende Liebe (oder der Abhängigkeitserkrankung eines oder beiden Elternteile) zurück zu führen sein. Das heißt nicht geliebt zu werden und nicht wohlwollend, wertschätzend anerkannt zu sein. Keine Zärtlichkeit, keine Umarmung, kein Lob! Das dürfen wir nicht zulassen. Diese Kinder brauchen Hilfe. Aber woher?