Finca de la Esperanza Mallorca - FABA Zentrum für ganzheitliche Therapie und psychosomatische Medizin


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Das Genesungsprogramm

Die Therapie

Warum das 12-Schritte Genesungsprogramm?


Es würde mir sehr schwer fallen, das 12-Schritte Genesungsprogramm der Anonymen Alkoholiker besser zu beschreiben, als es Prof. Dr. med. Lothar Schmidt, ehem. Chefarzt des Jüdischen Krankenhauses in Berlin, in seinem Buch „Fahrschule des Lebens“ im Vorwort beschrieben hat.

So zitiere ich dieses Vorwort in seinen wesentlichen Teilen, (zum Teil interpretiert oder ergänzt) um Ihnen Einsicht in dieses so ausnahmslos wirkungsvolle Programm zu vermitteln. Dieses Programm hat seit 1935 weltweit vielen Millionen von Alkoholikern das Leben gerettet und sie zu dankbaren und zufriedenen Menschen gemacht; mich eingeschlossen. Es ist das beste Genesungsprogramm in der Tausendjährigen Geschichte der
Krankheit Alkoholismus und wird heute in über 120 Ländern der Erde angewendet. Sogar in China. Hier das Vorwort von Prof. Dr. med. Lothar Schmidt:


"Dieses Buch ist das Ergebnis der Begegnungen mit mehr als 150.000 Alkoholikern und einer tiefen Auseinandersetzung mit deren Genesungsprogramm, den 12 Schritten. Während der letzten Semester meines Medizinstudiums famulierte ich in der Berliner Charité und kam in Kontakt mit einem sehr fähigen Arzt, der alkoholkrank war und deshalb entlassen wurde. Er galt als hoffnungsloser Fall.13 Jahre später traf ich ihn gesund, fried- und freudvoll wieder. Er berichtete mir, dass er seine Genesung den Anonymen Alkoholikern verdanke und lud mich ein, am nächsten Gruppengespräch teilzunehmen. Es war 1963, unmittelbar nach der Gründung der ersten A.A. Gruppe in Berlin.

Ich traf dort Menschen, die so offen und ehrlich über sich und ihre Probleme sprachen wie ich das noch nie erlebt hatte. Diese Begegnungen beeinflussten entscheidend meine weitere ärztliche Tätigkeit. Seit 1963 konnte ich die Entwicklung dieser Selbsthilfegruppenbewegung in den deutschsprachigen Ländern miterleben und diese mit zahlreichen Vorträgen bei öffentlichen Informationsveranstaltungen begleiten. Viele Alkoholiker schenkten mir ihre Erfahrung und berichteten mir von ihrem Denken, Fühlen und Verhalten vor, während und nach ihrer Genesung dieser heimtückischen und letztlich
unbehandelt tödlichen Krankheit "Alkoholismus".

Sie prägten damit mein Verständnis von Ursachen, Folgen und einer
sinnvollen Therapie dieser Krankheit. Das war die wertvollste Ergänzung des geringen Wissensangebotes, das ich durch mein Universitätsstudium erhalten hatte. Viele Alkoholkranke, die ich im Jüdischen Krankenhaus in Berlin, im Fachkrankenhaus Haus Niedersachsen und in der Beratungsstelle der Landesstelle Berlin beraten und behandeln konnte, erweiterten meine Erfahrungen. Besuche in Modellkliniken für Alkohol– und Medikamentenabhängige in Nordamerika, Holland, England, Tschechien und dem ehem. Jugoslawien sowie ein enger Erfahrungsaustausch mit ihren Leitern, ließen den Wert einer relativ kurzen, stationären Behandlung mit mehreren Gruppenstunden täglich und kombinierter Anwendung therapeutischer Methoden erkennen. Unter diesen erwies sich das Angebot des 12-Schritte Programms besonders wertvoll. Die Umsetzung kurzfristiger stationärer Therapiekonzepte war damals in Deutschland nicht einfach. (Anm.: bis heute nicht. Und insbesondere die Anerkennung des 12-Schritte Programms, vermutlich weil sich dahinter keine schulmedizinische, wissenschaftlich fundierte Methode verbirgt)

Auf vielfache Bitten hin führte ich ab 1970 für A.A. Freunde und ihre Angehörigen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland 5-Tage Seminare zu jeweils einem Schritt (Anm.: der 12 Schritte) durch. Ich wurde immer wieder gebeten, meine ausführlichen Auseinandersetzungen zu den Seminaren weiter zu geben. In einigen Ausnahmefällen kam ich diesen Bitten nach. Nunmehr baten mich einige Freunde, einige meiner Vorträge oder Inhalte der Seminare in Buchform zu veröffentlichen. Dieses Buch
"Fahrschule des Lebens" entspricht nicht nur dem Wunsch vieler Freunde, die sich an den Seminaren beteiligten, auch nicht nur dem Wunsch vieler A.A. Freunde und Freunde anderer Selbsthilfegruppen, die mit den 12Schritten arbeiten, sondern auch vieler Interessierter, die in diesem Genesungsprogramm eine wichtige Hilfe sehen, ihr Leben sinnvoll und zielorientiert zu gestalten. Die Einflechtung wichtiger Fragen kann genutzt werden, Themen für Genesungsgespräche zu entwickeln. Besonders danke ich meinen alkoholkranken Freunden und Patienten, die mir halfen, Verständnis für das Krankheitsbild zu gewinnen.

Ich danke den A.A. Freunden, die meinen Blick für den Wert und die Bedeutung dieses Genesungsprogrammes öffneten und ihre Erfahrung aus ihrer Arbeit mit den 12 Schritten mitteilten. Ich danke allen Freunden, die durch ihre hartnäckigen Bitten mich veranlassten, dieses Buch zu schreiben“


Professor Dr. med. Lothar Schmidt
Berlin, Frühjahr 2007


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